Über 90 Jahre Fechtsport in Dillingen

1928 wurde in Dillingen innerhalb der TV Germania eine Fechtabteilung gegründet, die bis zum 2.Weltkrieg sehr aktiv war. Nach dem Krieg war zunächst von den Alliierten jeder Wehrsport verboten, wozu natürlich auch das Fechten gehörte. Erst am 10. Mai 1949 konnte wieder  mit dem Fechten begonnen werden, diesmal als Abteilung des V.f.B. Dillingen und anfangs noch in einem Gasthaus. In den 50er Jahren kam es dann zu einem saarlandweiten Aufschwung des Fechtsports. Selbst in kleineren Orten und Dörfern wurde eifrig gefochten. In Dillingen entschloss man sich zum 30.Januar 1957, die ursprüngliche Abteilung Fechtsport des V.f.B. als eigenständigen Verein mit dem neuen Namen „Fechtsportgemeinschaft Dillingen 1928 e.V.“ unter dem ersten Vorsitzenden Leo Stein weiterzuführen.

 

Als Vorsitzende des Vereins folgten auf Leo Stein noch im gleichen Jahr Georg Lay, 1959 Helmut Meilchen, 1960 Karl-Heinz Lay und 1960 bis zu seinem Tode wieder Helmut Meilchen. Spätere Vorsitzende waren Friedrich Weber, kurzzeitig auch Sohn Henner Weber, Thomas Müller, Walter Hörster, Dr. Stephan Weth, 2000 - 2014 Dr. Hans-Wilhelm Deutscher und 2014-2019 Dr. Norbert Wolsfeld.

 

Das Training wurde anfangs von sog. Maîtres (Fechtmeistern) geleitet. In Erinnerung geblieben sind  R. Brunetault und R. Lambert. Spätere Trainer waren Henner Weber mit A‑Trainer-Diplom, Rainer Schwickerath, Pawel  Jacak, Victoria Groß, Matthias Wolsfeld sowie Wladimir Harder. Aktuell werden unsere Fechtsportler trainiert von Wilfried Schneider und Thore Berrens.

 

Erinnert sei hier auch an besondere sportliche Leistungen der Fechter. So an die Nominierung von Josef Pink für die damalige Saarländische Olympiamannschaft 1952 in Helsinki  (die er aus persönlichen Gründen nicht annehmen konnte), die vielen nationalen und internationalen Erfolge von Reinhold Meilchen, dem Bruder unseres langjährigen Vorsitzenden, später den Schommer-Brüdern, hierbei sei insbesondere die Teilnahme von Karl-Heinz Schommer bei der Universiade zu erwähnen. Besonders blickt die FSG auf die Geschwister Friedrich, Henner und Christiane Weber und auch Ute Stadtfeld mit ihren vielen nationalen und internationalen Erfolgen.

 

Das herausragende Ereignis war für die FSG Dillingen, die Teilnahme von Christiane Weber in der Damen-Florett-Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles und 1988 in Seoul mit dem Gewinn von zwei Goldmedaillen. Dieser besonderen Leistung zu Ehren wurde der Fechtsaal der FSG Dillingen in „Christiane Weber Halle“ benannt.

 

Als spätere sportliche Leistungsträger des Vereins sind zu erwähnen Susanne Weisgerber, die 1997 bei den B-Jugend Deutschen Meisterschaften Degen den 3. Platz erreichte und es 2000 in der Junioren-Weltrangliste Damen-Degen auf dem 4. Platz schaffte sowie dreimal auf dem Treppchen beim Junioren-World-Cup stand. 

 

Carmen Deutscher wurde 1996 bei den Deutschen Meisterschaften B-Jugend als Ersatzfrau Mannschaftsmeisterin und erreichte dort ein Jahr später im Einzel den dritten Platz. 1998 wurde sie in den Nationalkader ihres Geburtslandes Paraguay berufen. Sie hat für Paraguay 6 Gold-, 3 Silber- u, 16 Bronzemedaillen eingefahren, kam 1999 bei der Kadetten-WM in Kesthely/Ungarn auf Platz 10, wurde 1999 südamerikanische Kadetten-, Junioren- u. Aktivenmeisterin, sowie gesamtamerikanische Juniorenmeisterin, errang beim Junioren-WC in Kuba zweimal Bronze. Trotz ihrer vielen Auslandsaufenthalte konnte sie auch nochmal in Europa punkten, nämlich beim „JoGu“-Cup der Johannes Gutenberg Universität Mainz als Zweite und bei der Challenge de Paris Dritte. 

 

Zu erwähnen ist sicher auch, dass die FSG 1997, 1999, 2003 und 2006 Sportmedizinisch-sportwissenschaftliche Symposien mitgestaltet hat, sowie 10 Mal Ausrichter der Offenen Europäischen Fechtmeisterschaften für Medizinberufe war.

 

Bitte nehmen Sie die Herausnahme einzelner Vorstandsmitglieder, Trainer und Athleten nicht als Wertung, sondern als Beispiele für erfolgreiches Fechten in der Fechtsportgemeinschaft Dillingen.

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